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25 Jahre Förderverein Kultur im Café Hahn

Am Anfang stand die Sorge um den Fortbestand des Gülser Musik- und Kleinkunst-Clubs

Von Andreas Pecht

 

(Von links) Frank Tiedemann, Saskia Scherhag-König, Berti Hahn. Foto: PechtIm Besprechungszimmer des „Café Hahn“ zu Koblenz-Güls stecken einige Leute die Köpfe zusammen. Zwei Plakatentwürfe werden diskutiert und verworfen. „Der Farbkontrast zwischen Hintergrund und Schrift ist zu schwach“, wird bemängelt. Oder: „Zu viele pisselige Infos drauf; das ist kein Flyer, sondern ein Plakat; das Wichtigste muss im Vorbeifahren erfassbar sein.“ Und: „Die zentralen Stichworte müssen mehr in den Fordergrund: 25 Jahre Förderverein Kultur im Café Hahn – Jubiläumsfestival auf der Festung Ehrenbreitstein – 1. September – Eintritt frei.“ Ich bin zufälliger Beobachter dieser ebenso freundlich wie zielorient verlaufenden Fünf-Minuten-Szene. Danach Umschalten auf den eigentlichen Anlass der Zusammenkunft: Gespräch mit Saskia Scherhag-König, Frank Tiedemann und Berti Hahn, jenem Trio, das heute an der Spitze des Fördervereins Kultur im Café Hahn steht. Wir bleiben beim Thema: dem Vierteljahrhundert-Jubiläum eben dieses Vereins.

25 Jahre Förderverein Kultur im Café Hahn

WAS EINER ALLEIN NICHT SCHAFFT, SCHAFFEN VIELE

Kultursommer Rheinland-Pfalz 2018 steht unter dem Leitmotto „Industrie-Kultur“

Von Andreas Pecht

 

Um auf dem Neuwieder Luisenplatz beim Start des Kultursommer Rheinland-Pfalz (27.4. bis 29.4.) unter Anleitung des französischen Künstlers Olivier Grossetête ein riesiges Haus aus Pappkartons aufzubauen wird dieses Mädchen viele helfende Hände brauchen. Foto: KuSo/Sebastien LavalEs hat ein gescheiter Kerl oder ein kluges Weib über den ersten Text – nach dem obligaten Grußwort des Landeskulturministers – im Programmheft für den Kultursommers Rheinland-Pfalz (KuSo) 2018 diese Überschrift gesetzt: „200 Jahre Reben und Rüben: in Glas gepresst, in Stein gemeißelt, in Stahl gegossen und auf dem Rhein verschifft.“ Die augenzwinkernde Headline erfasst schön das Problem des Landesfestivals mit seinem diesjährigen Leitmotto, das da heißt: „Industrie-Kultur“. Zu 40 Prozent mit Wald bedeckt, die übrige Landfläche zu beträchtlichen Teilen für Wein- und Gemüseanbau verausgabt, ist Rheinland-Pfalz nunmal ein weithin agrarisch und ländlich geprägtes Bundesland. Der Mangel an echten Großstädten ist signifikant. Die vier, die wir de jure haben, sind de facto doch ziemlich klein. Koblenz und Trier krebsen an der 100 000er-Marke rum. Die zweitgrößte, Ludwigshafen, ist mit ihren 164 000 Einwohnern eher eine BASFWerkssiedlung. Und Mainz versprüht mit seinen knapp 210 000 Einwohnern auch nur deshalb etwas Großstadtflair, weil es mit Wiesbaden und Frankfurt zusammen einen urbanen Ballungsraum bildet.

WAS EINER ALLEIN NICHT SCHAFFT, SCHAFFEN VIELE

Stadthalle Boppard nimmt wieder Fahrt auf

Begegnung mit Rolf Mayer, der 2016 das Café Hahn verließ und Hallenmanager wurde
Von Andreas Pecht

 

Sind seit Anfang 2016 ein schlagkräftiges Gespann: der Bopparder Stadthallenmanager Rolf Mayer (rechts) und Hallenmeister Alexander Brauer. Foto: Suzanne Breitbach„Nun komm schon! Den Rest schaffst du auch noch!” Auf dem obersten Absatz im Treppenhaus der Stadthalle Boppard steht der „Manager” dieser Veranstaltungslocation im Zentrum der Rhein- und Weinstadt. Mit verschmitztem Grinsen im gutmütigrundlichen Gesicht schaut er dem von unten heranschnaufenden Besucher entgegen. Ich bin verabredet mit Rolf Mayer. In dessen Händen liegen seit 2016 die Geschicke dieser Stadthalle und damit eines nicht unwesentlichen Teils des Bopparder Kulturlebens. Der 52-Jährige ist kein Unbekannter in der Region und auch wir kennen uns seit vielen Jahren, freilich aus einem anderen Kulturzusammenhang: Mayer war gut zwei Jahrzehnte lang ein tragende Säule im Getriebe des Koblenzer Café Hahn, gewissermaßen der Hofmarschall dort. Jeder treuliche Hahn-Besucher kannte/kennt „den Rolf” – als einen Mann, der von der Schnittlinie zwischen Hintergrundlogistik und Publikumsverkehr aus stets beide Bereiche im Blick und viele Fäden in der Hand hatte.

Stadthalle Boppard nimmt wieder Fahrt auf

30 Jahre beste Kammermusik fürs ganze Land

Im Gespräch mit Alexander Hülshoff, seit 2011 künstlerischer Leiter der Landestiftung Villa Musica
Von Andreas Pecht

 

Alexander Hülshoff, Cellist und künstlerischer Leiter der Villa Musica.Vor fünf Jahren blickte ein Artikel an dieser Stelle auf ein Vierteljahrhundert „Villa Musica” zurück und würdigte die Bedeutung der Landesstiftung für die Musikkultur in Rheinland-Pfalz. Damals hatte gerade Klaus Arp die künstlerische Leitung der Institution an Alexander Hülshoff abgegeben. Über ihn hieß es im seinerzeitigen Text: „Der in der Pfalz aufgewachsene Cellist markiert eine Verjüngung der Villa Musica aus den eigenen Reihen heraus: Hülshoff war einer ihrer allerersten Stipendiaten und machte seinen Weg als gefragter Solo-Cellist, Kammermusik-Partner und Professor der Folkwang-Universität in Essen. Er wird auf dem Bisherigen aufbauend auch eine neue Handschrift einbringen wollen.” Ein halbes Jahrzehnt später bin ich mit dem heute 47-jährigen Hülshoff in Schloss Engers verabredet – um im Gespräch zu ergründen, wie sich diese Handschrift ausgewirkt hat.

30 Jahre beste Kammermusik fürs ganze Land

25 Jahre Gauklerfest, 35 Jahre Café Hahn, 60 Jahre …

2016 kann Berti Hahn gleich drei Jubiläen feiern: eines ganz privat, zwei im Dienste des Koblenzer Kulturlebens
Von Andreas Pecht

 

Berti HahnDreifachjubiläum im Hause Hahn. Berti Hahn wird in diesen Tagen 60 Jahre alt. Sein Café Hahn feiert heuer 35. Geburtstag. Und obendrein jährt sich die Hahn-Erfindung des Koblenzer Gauklerfestivals zum 25. mal. Da manifestiert sich in Person und Ereignissen eine geballte Ladung jüngerer Kulturgeschichte ums Rhein-Mosel-Eck. Die nahm ihren Ausgang 1981, als der gelernte Konditor Karl Hubert Hahn alias Berti das väterliche Café Hahn in Koblenz-Güls zum gleichnamigen Musik- und Kleinkunstclub umfunktionierte. Dies nur als Hinweis für die jüngeren Leser. Die älteren kennen die Gründungsgeschichte des Café Hahn gut, auch weil sie anlässlich früherer Rundgeburtstage in diesem Magazin wiederholt erzählt wurde.

25 Jahre Gauklerfest, 35 Jahre Café Hahn, 60 Jahre …

Ein Vierteljahrhundert Kultursommer Rheinland-Pfalz

Zum diesjährigen Jubiläum des Landesfestivals ein Gespräch mit KuSo-Leiter Jürgen Hardeck

Von Andreas Pecht


Jürgen HardeckDie Ausgangsfrage für ein Gespräch mit Jürgen Hardeck lautet: Was hat der Kultursommer Rheinland-Pfalz in summa für die Kultur im Land gebracht? Schon die Frage zeigt an, es steht ein Jubiläum zur Rede. 25 Jahre „Kultursommer Rheinland-Pfalz”. Die letzten 22 davon stand Hardeck dem Landesfestival als Leiter vor – und der zieht sogleich die Stirne kraus bei „Landesfestival”. Das Wort mögen er und seine Mitarbeiter im Mainzer KuSo-Büro nicht. Verständlich, erfasst es die Eigenart des 1991 vom Ministerpräsidenten Rudolf Scharping und dessen Kulturministerin Rose Götte in die Welt gesetzten Konstrukts „Kultursommer” weder vollständig noch annähernd. Andererseits ist den journalistischen Beobachtern des Konstrukts über all die Jahre nie ein besserer Begriff eingefallen. Das bundesweit solitäre Prinzip des rheinland-pfälzischen Kultursommers lässt sich nunmal nicht in ein Worte fassen. Es zu erhellen, bedarf es etlicher Zeilen. Wer noch nicht Bescheid weiß, lese diesen Text weiter. Bis zum Ende sollte die Sache klar sein.

Ein Vierteljahrhundert Kultursommer Rheinland-Pfalz

Mittelrhein Musik Festival: pure Bürgerinitiative

Veranstaltungsreihe baut im 16. Jahrgang auf die Kraft ihres Freundeskreises – 18 Konzerte an 16 Spielstätten

Von Andreas Pecht

 

Vorstand der MMF-Freunde mit neuer Festivalleiterin v. l. n. r. : Klaus Schmidt, Ingeborg Henzler, Sonja Kitz, Birgit Hoernchen, Hans-Dieter Gassen, Carl-Bernhard von Heusinger

Mancher Mittelrheiner hörte unlängst schon das Totenglöckchen läuten für das einst von Joachim Hofmann-Göttig als „Begleitmusik zum Welterbeantrag für das Mittelrheintal” bezeichnete Mittelrhein Musik Festival. Zerwürfnis in der Festivalleitung, Ausstieg der künstlerischen Leiterin, Unwägbarkeiten hinsichtlich der Trägerschaft durch die Koblenz-Touristik, Neuorientierung der langjährig dritten Festivalsäule Rheinische Philharmonie: Ja, es gab sie Ende 2015, die Augenblicke, da keiner mehr wusste, ob und wie es weitergehen soll. Doch haben die 2001 ins Leben gerufenen Mittelrhein Musik Momente (MMM), die nach dem Weggang von Gründungsintendant Rainer Neumann in Mittelrhein Musik Festival (MrMF) umbenannt wurden, in ihren 16 Lebensjahren manch schwierigen Umbruch überstanden. So auch diesmal.

Mittelrhein Musik Festival: pure Bürgerinitiative

Zum 60. Geburtstag des Koblenzer Bach-Chores

Nachdenkliches über Zukunft des Chorlebens – Gespräch mit der Vorsitzenden Ulrike Katschinski-Niemeyer
Von Andreas Pecht


Ulrike Katschinski-Niemeyer, Vorsitzende des Bach-Chores KoblenzEs war ein Ereignis, das lange in Erinnerung bleiben wird. Großes Auditorium in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle lauschte bewegt Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem”, realisiert von einem großen Apparat. Der bestand aus Bach-Chor Koblenz, verstärkt durch Kammerchor Koblenz und Sängerinnen des Cosima-Chores Bad Ems, dazu die Rheinische Philharmonie. Das Ganze dirigiert von Herman Wagener, dem künstlerischen Leiter des Bach-Chores. Doch der Abend am 1. November 2015 war nicht nur ein wunderbares Konzert. Er war eine Jubiläumsfeier. Weshalb anbei Reden gehalten, Glückwünsche überbracht wurden, man nachher kräftig anstieß. Und wem galt die Feierlichkeit? Dem Koblenzer Bach-Chor höchstselbst, anlässlich seines 60. Geburtstages.

Zum 60. Geburtstag des Koblenzer Bach-Chores

Letzte Saison unter Stabführung von Daniel Raiskin

Chefdirigent der Rheinischen Philharmonie verlässt nach elf Spielzeiten Koblenz

Von Andreas Pecht


Intensiver Dirigent: Daniel Raiskin. Foto: Dariusz KuleszaIm Zentrum des klassischen Musikgeschehens am Mittelrhein stehen seit bald 210 Jahren zwei Komponenten, die beide in Koblenz ihren Ursprung und bis heute Heimstatt haben: Das anno 1808 gegründete Musik-Institut mit seiner seither (fast) alljährlich wiedergekehrten Reihe der Anrechtskonzerte, sowie das von diesem Institut damals ins Leben gerufene philharmonische Orchester in der Rhein-Mosel-Stadt, heute Staatsorchester Rheinische Philharmonie. Musik-Institut und Orchester entstammen demselben 1808er Zeugungsakt, und Letzteres wurde über etliche Generationen von Ersterem getragen. Zwar trennten sich beide im 20. Jahrhundert institutionell voneinander, doch die Verbundenheit als heimische Hauptsäulen des sinfonischen Konzertlebens am Ort hatte und hat weiter Bestand.

Letzte Saison unter Stabführung von Daniel Raiskin

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